Partei will künftig konsequent Fachwissen und Erfahrungen in Planungen einfließen lassen.
Starkregen trifft Löhne nicht gleichmäßig. Während in einem Stadtteil die Sonne scheint, sind Anwohner wenige Kilometer entfernt von Überschwemmungen betroffen. Dass dies kein Zufall ist, sondern eine wachsende Herausforderung durch den Klimawandel, machte Alexander Eggers bei der Monatsversammlung des SPD-Ortsvereins Mennighüffen deutlich. Eggers ist beim Amt für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz der Stadt Löhne für Gewässer, Hochwasser- und Starkregenschutz zuständig.
Die Stadt Löhne arbeitet an einem Handlungskonzept. Gräben, Gewässer und Rückhaltebecken sollen regelmäßig gepflegt werden. Verrohrte Straßenseitengräben, die bei starkem Regen das Wasser nicht mehr aufnehmen können, geraten ebenfalls in den Fokus. An kritischen Stellen, wie dem Schulbach in Löhne-Ort, der von dicht bebauter und weitgehend versiegelter Fläche umgeben ist, werden Fachgutachten in Auftrag gegeben, um wirksame Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Das bedeutendste laufende Projekt ist die Renaturierung der Werre. Seit den 2000er-Jahren wird daran gearbeitet, dem Fluss mehr Raum zu geben. Am 1. September 2025 hat die erste große Baumaßnahme zwischen Löhne und Bad Oeynhausen begonnen. Die Werre erhält breitere Flusskurven und mehr Fläche zur Wasseraufnahme.
Darüber hinaus sucht Eggers das Gespräch mit Löhner Landwirten. Sogenannte Schlammbremsen (Grünstreifen oder Holzschwellen an Ackerrändern) können verhindern, dass Ackerkrume und Niederschlagswasser unkontrolliert abfließen.
Neben den städtischen Maßnahmen sind auch Hauseigentümer gefragt. Die Stadt Löhne stellt auf ihrer Homepage (www.loehne.de) eine Starkregenkarte bereit. Dort können Eigentümer nachschauen, ob ihr Grundstück gefährdet ist. Ein erstes Handlungskonzept mit entsprechender Finanzierung befindet sich in Planung.
Die anwesenden SPD-Mitglieder diskutierten den Vortrag. Ratsmitglied Frank Bemmann verwies auf die Unberechenbarkeit der Ereignisse. Kreistagsmitglied Andreas Franke sagte: „Städtische Investitionen und private Eigenvorsorge müssen Hand in Hand gehen – die Stadt mit verlässlichen Strukturen und ausreichend Mitteln, die Bürgerinnen und Bürger mit informierter Vorsorge.“ Ratsmitglied Joris Richter sagte, dass Fachwissen und Erfahrungen aus der täglichen Arbeit des Amtes „künftig konsequent“ in alle Planungen für Bauen, Wohnen und Gewerbe einfließen müssten.
Der SPD-Ortsverein Mennighüffen spricht sich dafür aus, das geplante Handlungskonzept zügig mit ausreichenden finanziellen Mitteln auszustatten und stärker über Vorsorgemöglichkeiten zu informieren.

