Die SPD‑Fraktion Löhne hat im Rahmen ihrer regelmäßigen Betriebsbesichtigungen den landwirtschaftlichen Familienbetrieb von Jens Müller besucht. Bevor der Rundgang begann, erhielten alle Teilnehmenden blaue Schutzanzüge, um die strengen Hygienevorschriften einzuhalten. Der Hof wird bereits in vierter Generation geführt und verbindet traditionelle Landwirtschaft mit moderner Tierhaltung und regionaler Wertschöpfung.
Einblick in die Schweinehaltung und Ferkelerzeugung
Der Betrieb bewirtschaftet rund 200 Zuchtsauen und ist als Tierwohlbetrieb der Stufe 2 zertifiziert. Besonders beeindruckte der großzügig gestaltete Wartestall, der den Tieren viel Bewegungsfreiraum bietet. Auch die Ferkelerzeugung wurde vorgestellt – ein Bereich, in dem der Hof Müller im gesamten Kreis Herford mittlerweile einzigartig ist.
Regionale Schlachtung unter Druck
Ein zentrales Thema des Austauschs war die Zukunft der regionalen Schlachtung. Der Hof profitiert derzeit von den kurzen Wegen zum Schlachthof Herford. Gleichzeitig wurde deutlich, dass steigende gesetzliche Anforderungen hohe Investitionen notwendig machen, die auch die nächste Generation stark belasten würden. Der mögliche Wegfall regionaler Strukturen hätte erhebliche Auswirkungen auf Tierwohl, Wirtschaftlichkeit und Klimabilanz.
Landwirtschaft im Klimawandel
Zum Betrieb gehören zudem rund 120 Hektar Landbewirtschaftung. Jens Müller berichtete, dass die Vegetation heute im Durchschnitt zehn Tage früher einsetzt als noch vor wenigen Jahren – ein deutliches Zeichen des Klimawandels. Auch die Afrikanische Schweinepest bleibt eine wachsende Herausforderung. Positiv hervorzuheben ist der geschlossene Nährstoffkreislauf: Die anfallende Gülle wird vollständig auf eigenen Flächen ausgebracht.
Austausch zum neuen Landschaftsplan
Ein weiteres Thema war der neue Landschaftsplan des Kreises Herford. Die Familie Müller wünscht sich einen offenen Dialog, um Naturschutz, Landwirtschaft und kommunale Entwicklung sinnvoll miteinander zu verbinden. Die SPD‑Fraktion sicherte zu, diesen Austausch konstruktiv zu begleiten.
Fazit: Wertvolle Einblicke und klarer Auftrag
Der Besuch bot der SPD‑Fraktion einen realistischen Einblick in die Chancen und Herausforderungen moderner Landwirtschaft. „Wir haben gesehen, wie viel Fachwissen, Verantwortung und Leidenschaft in diesem Beruf steckt“, lautete das gemeinsame Fazit. Die Fraktion möchte den Dialog fortsetzen und die Anliegen der Landwirtschaft weiterhin ernsthaft begleiten – denn Austausch ist ein wertvoller Impulsgeber für die Politik.
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