Wie entwickeln sich Kitas vor Ort – und was bedeutet die geplante Reform in NRW für Kinder, Eltern und Fachkräfte? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer lebendigen Veranstaltung in Löhne-Ort. Der SPD-Ortsverein Löhne-Ort hatte hierzu öffentlich eingeladen. Mit dabei:
👤 Jan Ebmeier (Stadtverwaltung Löhne)
👤 Ismail Cebe (ver.di)
👤 Nikolai Kinder (Erzieher bei der AWO OWL)
💬 Einblicke aus Verwaltung & Interessenvertretung
🏙️ Stadtverwaltung Löhne
Jan Ebmeier gab einen Überblick über die Kinderzahlen und Kitas in Löhne: Die Kinderzahlen verändern sich – das fordert unsere Kitas heraus.
✅ In Löhne gibt es 19 Kitas an (noch) 20 Standorten, die sich gleichmäßig über die Ortsteile verteilen.
✅ Die geplante neue Kita „In den Tannen“ in Gohfeld wird fünf Gruppen mit Raum für Inklusion beinhalten, in der auch sechs Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf untergebracht werden – eine Entlastung Löhner Familien, deren Kinder in inklusiven Gruppen betreut werden müssen.
✅ Die Finanzierung folgt weiterhin den KiBiz‑Grundlagen wie Gruppenform und Alter
✅ Der kommunale Anteil an den Kosten steigt 🧒👶
👷♀️ ver.di
Die zentralen Fragen lauten: Wie wollen wir Betreuung und Bildung in unserer Gesellschaft künftig gestalten und wollen wir mehr oder weniger Kinder?
Ismail Cebe stellte öffentlich diskutierte Punkte der geplanten KiBiz‑Reform in NRW aus der Sicht von ver.di vor. Geplante Änderungen betreffen u. a. flexiblere Betreuungszeiten (sog. Kern- und Randzeiten), Anpassungen bei Gruppengrößen und Personalstandards, neue Rollen für nicht-pädagogisches Personal („Alltagshelfer“) und Entbürokratisierung.
Kritische Punkte aus Sicht von ver.di:
⚠️Grenzen verschwimmen und Belastungen steigen bei den Betreuungszeiten
⚠️mögliche Mehrbelastung durch zusätzliche Bürokratie (Dokumentationspflichten)
⚠️Sorge vor Absenkung von Fachkraftstandards
⚠️unzureichende Finanzierung im Verhältnis zu realen Kosten
⚠️fehlende Einbindung von Interessenvertretungen in den Reformprozess
🏛️ Forderungen aus Gewerkschaftssicht: realistische Finanzierung statt Pauschalen, mehr Personal für echte Entlastung, kleinere Gruppen, bessere Qualifizierung ohne Absenkung der Fachkraftstandards, ein drittes beitragsfreies Kita‑Jahr.📉
🧸 Praxisbericht
Nikolai Kinder, Erzieher bei der AWO OWL, fasst zusammen: „Die Kita ist ein Bildungsort, nicht einfach nur eine Verwahrstelle.“ Der Praxis-Check zeigt: Bildungsarbeit und Dokumentation sowie individuelle Förderung (Inklusion) brauchen Zeit, finanzielle Unterstützung und Personal, das oft fehlt – die Umsetzung gestaltet sich als schwierig. Eltern bräuchten mehr Unterstützung und Aufklärung, wenn Förderbedarf sichtbar wird.
🗣️ Diskussion & Ausblick
💬 Teilnehmende fragten: Wie können politische Rahmenbedingungen verbessert werden? Welche Rolle spielen Fachkräfte, Ausstattung und gesellschaftliche Wertschätzung sozialer Berufe?
🤝 Deutlich wurde: Entscheidungen liegen auf Landesebene – Kommunen setzen die Vorgaben vor Ort um, fast immer mit großen finanziellen Mitteln aus ihren Haushalten.
🤝 Es wurde deutlich: Während die Stadt Löhne alles daran setzt, die Kita-Landschaft (wie aktuell in Gohfeld) bedarfsgerecht auszubauen, bereitet die geplante KiBiz -Reform in NRW vielen Sorgen.
🤝 Die geplante integrative Arbeit wurde positiv hervorgehoben – gleichzeitig braucht es dafür ausreichend qualifiziertes Personal.
📌 Fazit:
Die Veranstaltung zeigte: Kinder‑ und Familienpolitik betrifft uns alle und bleibt ein zentrales gesellschaftliches Thema – denn Ohne Kinder keine Zukunft . Zwischen steigenden Anforderungen, begrenzten Ressourcen und Reformansätzen braucht es weiterhin Dialog – zwischen Politik, Verwaltung, Gewerkschaften, Fachkräften, Träger und Gesellschaft. Es braucht einen höheren gesellschaftlichen Status für soziale Berufe und eine verlässliche Unterstützung durch das Land.
💬 Bürgermeister Christian Antl sieht das Land in der Pflicht, die Kommunen bei diesen Aufgaben nicht allein zu lassen.
💬 Dieter Falkenstern appellierte: „Der gesellschaftliche Status der sozialen Berufe muss aufgewertet werden“.









